Samstag, 25. Juni 2016

Michael Köhlmeier - Zwei Herrn am Strand


Ich wollte mal wieder etwas anspruchsvolles Lesen. Also kein Liebesroman, kein Thriller, kein Krimi. Irgendetwas zum Nachdenken. Etwas womit man dann angeben kann. Meine Wahl fiel auf Zwei Herren am Strand. Ein Bestseller und es geht um Charlie Chaplin und Winston Churchill. Mehr wusste ich nicht über dieses Buch.

Reicht dies aus, um es gut zu finden?


Inhaltsangabe:

Es geht um zwei große Männer der Weltgeschichte - Winston Churchchill und Charlie Chaplin. Sie sind sehr unterschiedlich und dennoch gute Freunde. Der eine ist Komiker und schuf zur Nazi-Zeit "Der große Diktator", der andere führte eine ganz Nation durch den Krieg. 

Meine Meinung:

Es war mir nicht bekannt, dass beide unter dem "schwarzen Hund" litten. Beide Depressionen hatten und beide stark Selbstmordgefährdet waren. Und genau aus diesem Grund, gab es diese enge Freundschaft. Zu Beginn dachte ich noch, ach das Buch ist nichts für mich, aber dann war ich drin. Ich habe mich sogar im Internet weiter informiert. Ich muss ja gestehen, die Teile über Chaplin haben mich irgendwie mehr interessiert. Vielleicht auch, weil sie unbekannter waren. Ich kenne nur teilweise die Filme und hatte mal eine Kurzbiografie gelesen, von der ich aber nicht mehr viel weiß. So manche Randbemerkungen, vom Vater und Sohn des Erzählers fand ich ein bisschen überflüssig. Merkwürdigerweise hatte ich aber zu Hause zum Lesen keine Ruhe, sondern nur unterwegs oder in der Bib in der Pause. 

Also bestimmt kein Buch für jedermann, aber wer mal etwas doch noch tiefgründigeres Lesen will, für den ist dieses Buch etwas. Es hat mich jetzt zwar nicht so wirklich dazu angeregt, über Depressionen und Selbstmord nachzudenken, sondern mich haben eher die beiden Hauptcharaktere interessiert. Dennoch fand ich es interessant gerade diese Diskrepanz zwischen Komiker und Politiker. Wie beide in ihrem Leben erfolgreich waren und dennoch zu kämpfen hatten. Sich gegenseitig unterstützt haben oder eben auch nicht. Auch dort gab es Enttäuschungen.

Für mich persönlich stand aber gar nicht wirklich der "Kampf" gegen Hitler im Mittelpunkt des Buches. Ok, zum Ende hin wird darauf hingearbeitet und die letzten Abschnitte handeln davon. Welche Hürden Chaplin auf sich nehmen musste für den Film, wie Churchill die Kriegszeit erlebt. Aber dennoch stand für mich die ganze Zeit eher der Kampf gegen den "schwarzen Hund" der beiden im Mittelpunkt. Wie man es durch die depressiven schafft. Denn es ist viel zu leicht gesagt mit den Worten, die Chaplin erhalten hatte, "dann bringe dich einfach nicht um".  

Der Schreibstil ist sachlich, man kann es aber dennoch gut lesen.


Wie steht ihr zu solchen Büchern?

Eure Kali 

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