Donnerstag, 24. Juli 2014

Kinderzeit: Der erste Monat


Endlich komme ich nun so langsam dazu den ersten Bericht zu tippen. Ich habe lange überlegt, ob ich ihn wirklich schreiben soll, denn er wird teilweise nicht sehr positiv sein und ich kann mir gut vorstellen, dass dann Kommentare kommen werden, die alles besser wissen oder meinen wie kann man nur so was schreiben. Aber auch beim eigenen Kind ist nicht immer alles toll und es kann Nerven kosten und man selber geht bis an die Grenzen. 

Im Vorfeld konnte ich mir so einiges anhören, wie es mit einem Neugeborenen sein wird. Eigentlich hat nichts gestimmt.


1. Sie wird nur schlafen und du wirst nicht wissen, was du machen sollst - es wird eine langweilige Zeit.

Die Wahrheit: Sie hat praktisch nur geschrien und fast nie geschlafen und es war alles andere als langweilig.

2. Kauft bloß nicht so viele Sachen in Größe 56 (so die kleinste Größe), das bekommt man alles zur Geburt geschenkt.

Die Wahrheit: Nicht ein Teil gab es in 56, sondern alles Sachen schon in der nächsten Größe. Schön, wenn man Leute hat die mitdenken, nur mussten wir ganz schnell viel nachkaufen und in Größe 62 haben wir nun genug da.

3. Kauft bloß nicht so viele Windeln der Größe 1, höchstens zwei Packungen, ihr werdet schnell größere brauchen.

Die Wahrheit: Ich benutze immer noch die Größe 1 und das obwohl meine Kleine nicht gerade als Leichtgewicht auf die Welt kam. Ich hätte noch viel mehr bei den Rabattaktionen zuschlagen müssen!  




Das Wochenbett

Mal ehrlich, wieso berichtet nie jemand über das Wochenbett??? Ich bin da so was von naiv ran gegangen. Das ist tausendmal schlimmer als die Geburt, die ist doch nichts dagegen. Ok, ich muss dazu sagen, dass ich sehr sehr dolle Geburtsverletzungen hatte. Die erste Woche konnte ich nicht wirklich aufstehen und wenn dann nur für höchstens eine halbe Stunde, dann wurde mir schwindelig. Sitzen ging gar nicht. In der zweiten Woche konnte ich mal für eine halbe Stunde raus, das war aber auch sauanstrengend. Bis zum Ende des ersten Monats hatte ich immer noch Schmerzen und sitzen ging nicht komplett, so wie man das wollte.
Ist auch ein bisschen schwierig sich so um ein kleines Wesen zu kümmern. 

Das Stillen

Ein sehr weitläufiges und viel diskutiertes Thema. Ich habe mich da durch gequält und wenn ich Quälen schreibe, dann meine ich wirkliches Quälen, mit Schmerzen und Nervenzusammenbrüchen. Und mal ehrlich (ein weiteres Mal), bei vielen, die sagen Stillen ging bei mir nicht, die lügen. Die hatten einfach nur keine Lust und schieben einen Grund vor. Ich glaube so 95% der Frauen können stillen. Einige sind mir begegnet die sagen, mein Kind will nicht an der Brust trinken oder es reicht nicht. Ok, das die Milch nicht reicht, trifft auch auf einige zu. Aber manche müssen sich da eben echt durchkämpfen. Wenige sind mir begegnet, die offen sagen, dass war ihnen zu stressig.
Es ist ein Kampf! Wenn der Milcheinschuss nicht sofort kommt, muss man eben das Kind oft anlegen und es schreit oft und man hat immer das Gefühl, die Milch reicht nicht. Da muss man durch! Das dann die Brüste schmerzen macht es zwar nicht leichter, aber auch da muss man dann durch. Meine Kleine wollte auch nie ruhig an der Brust liegen und hat gezerrt, geschlagen und getreten, teilweise auch gebissen. Alles andere als schön und ich war praktisch jeden Tag kurz davor das Stillen aufzugeben, aber es hat sich gelegt. Mittlerweile klappt es zu 99% ohne Probleme. Und es ist eben auch normal, dass man das richtige Anlegen erst erlernen muss. Beide Seiten müssen sich erst einspielen (Mutter und Kind) und das dauert eben seine Zeit und vor allem kostet es ganz viele Nerven.
Dennoch, auch wenn es nun klappt, kann ich nicht verstehen, was am Stillen so toll sein soll.

Das Schreien

Ich habe es schon an so mancher Stelle erwähnt, meine Kleine schreit sehr, sehr viel. Und das ist nicht Übertrieben. Ihr Rekord liegt bei 15/16 Stunden (war aber eher auch ihre erste Wachstumsphase schon zum Ende der zweiten Woche). Meist täglich so um die 4-6 Stunden. Ich schreibe schon mal soviel, inzwischen wissen wir eigentlich woran das liegt, aber diese Erkenntnis kam er jetzt im zweiten Monat bzw. die ansatzweise Bestätigung.
So waren wir nur hilflos. Wie war das mit dem Schlafen? Nichts hat geholfen und ich habe immer zu hören bekommen, meine Milch reicht nicht und sie hat Hunger. Na, wie war das eben noch gleich??? Ca. 95% der Frauen haben genug Milch. Ok, zu Beginn mag so mancher Schrei auch deshalb gewesen sein, aber das sind höchstens ein paar Tage und erledigt sich durch häufiges Anlegen. Aber auch gleich nachdem Stillen ging das Schreien weiter. Wenn diese Phase mal nicht war hat sie sogar locker ihre 6 Stunden geschlafen - einmal sogar 7 Stunden! 
Wir haben echt alles oder fast alles versucht. Wiegen, spazieren gehen, zufüttern (hätte ja wirklich ein Grund sein können), streicheln, Nuckel, Öle, Beruhigungskapseln von meiner Hebamme und und und...
Ich hatte immer das Gefühl, meiner Kleinen geht es nicht gut und irgendwas quält sie, als ob sie schmerzen hat. Manchmal sollte man wirklich auf den Instinkt einer Mutter hören...
Manchmal muss man aber auch einfach akzeptieren, dass man ein Kind hat, dass sehr viel schreit. 

Die Mama

Ja, wie geht es eigentlich der Mama? 

Ein Punkt, den wahrscheinlich auch viele interessant finden. Wie ist das mit dem Gewicht/ Wassereinlagerungen? Die Wassereinlagerungen verschwanden bei mir erst zu Hause aber dann sehr schnell innerhalb weniger Tage.
In der Klinik hatte ich nur 8 Kilo verloren, dafür dann gleich in der ersten Woche zu Hause weitere 4,5 Kilo. Am Ende des ersten Monats hatte ich von den 26 Kilo immerhin schon wieder 14,5 Kilo verloren und das obwohl ich sogar zwischenzeitlich zugenommen hatte. Also es geht in die richtige Richtung.

Ein weiteres Thema die Pflege: Für mich unvorstellbar kein Duschgel mehr oder sogar Deo zu benutzen. Kurz vor der Geburt ist mir wirklich eine begegnet, die sich daran halten muss, denn die hat gestunken. Und das ist nicht übertrieben. Mir ist schlecht geworden. Schön das es für die Bindung helfen soll, aber bitte auch an die Mitmenschen denken, zumal bei über 30 Grad. Ich benutze einfach ein Duschgel, das nicht so stark parfümiert ist und lasse den Brustbereich aus. Deo benutze ich auch und stellenweise auch Cremes, denn meine Haut benötigt diese Pflege. Allerdings verzichte ich auf Parfüm. 


Das war ein erster Einblick in die neue Welt als Mama. Wenn euch noch was genauer interessiert, schreibt es mir einfach.

Im zweiten Monat wird es darum gehen, was es mit dem Schreien auf sich hat, wie die ersten Untersuchungen beim Arzt gelaufen sind, Besuch von der Sozialarbeiterin und wie es sich weiterhin verhält Mutter zu sein...

Eure Kali

Kommentare:

  1. Oh, das Wochenbett klingt ja echt fürchterlich, du Arme :(

    Ich selbst war auch ein Schreibaby und erst als es für mich schon fast zu spät war, stellte sich heraus, dass ich schwer krank war und operiert werden musste- ich hatte also einfach ständig vor Schmerzen geschrien und wenn ich so darüber nachdenke,bin ich echt froh, mich daran nicht bewusst erinnern zu können...
    Ich hoffe, dass es bei deinem Baby nichts ganz so Ernstes ist.

    Liebe Grüße :)

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    1. Das klingt bei dir aber auch nicht gut. Und gut, dass du dich nicht erinnern kannst. Das hoffe ich bei meiner ja auch und das keine "Schäden" bleiben. Sollte es ja nicht, aber ist so ein blöder Mama-Gedanke.
      Bei meiner dürfte es nicht so was schlimmes sein, aber dennoch Schmerzen. Wir sind gerade beim Austesten und hoffen jetzt die Lösung gefunden zu haben. ;)

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  2. Dein Wochenbett klingt wirklich nicht gut. Ich hatte keine Probleme mit meinen Geburtsverletzungen und stand nach einem kurzen Schlaf wieder auf. Bis auf ein paar kleine Schmerzen beim Sitzen ging es eigentlich. Ja das mit Stillen kann ich dir nur recht geben. Die die können (95%) wollen meist nicht und die restlichen 5%, darunter auch ich, wollen unbedingt und können nicht.
    Ich habe während der ersten 8 Wochen ein sensitive Duschbad von Balea genutzt, einfach um mich sauber zufühlen und auch so zu riechen. Auf Parfüm verzichte ich heute noch, obwohl meine bald 4 Monate alt wird.
    Bin mal gespannt wie ihr das Problem "Schreien" gelöst habt. Ich hoffe sie hatte keine Blockierungen, denn die können ganz schön schmerzhaft sein. Meine hatte 2 welche aber nicht so sehr geschmerzt haben.
    Ich hoffe euch geht es trotzdem gut, trotz der schwierigen Anfangsphase.

    LG Tina

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    1. Ich weiß, dass gerade ich es mit dem Wochenbett schlimm erwischt habe und es auch viel viel einfacher sein kann. Habe jetzt aber auch gehört, dass sie die Beschwerden Monate hinziehen können und das hoffe ich nun auch wieder nicht.
      Mit dem Stillen hat mich echt aufgeregt. Ich hab mich da durchgequält und wenn ich dann so lahme Ausreden höre, macht mich das nur wütend. Am Besten dann noch von denen, die sagen, meine Kleine schreit vor Hunger... Und es ist wirklich schade, dass es bei dir nicht geklappt. Denn auch wenn ich jetzt nicht in Jubelschreie ausbreche, halte ich stillen für eine sehr gute und wichtige Sache. Aber es geht eben auch ohne.
      Im Moment benutze ich auch ein Duschbad von Balea. Ist für mich die beste Lösung. ;)

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  3. Oh man, du Arme :(. Das klingt ja wirklich fast mehr negativ, als positiv. Das mit dem Wochenbett find ich auch richtig schlimm, dass muss wirklich furchtbar gewesen sein. Und auch das mit dem Schreien, ist natürlich alles andere als schön. Hast du dich hier vielleicht schon mal an eine sogenannte Schreiambulanz gewand ? Da gibt es, extra für Schreikinder, Termine damit einem geholfen werden kann. Vielleicht solltest du das einfach mal Googeln, denn bestimmt ist auch so eine Ambulanz in deiner Nähe. Ich denke mal, dass sowas mit Sicherheit mal nicht verkerht ist und man mit Sicherheit den ein oder anderen Tipp bekommt, wie man mit solchen Kindern 'umgehen' soll/muss.

    Ich wünsche dir auf jeden Fall weiterhin alles, alles Liebe und Gute :)

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    1. Danke.

      Den Tipp mit der Schreiambulanz haben wir jetzt auch noch bekommen. Ich hoffe einfach dass sich das jetzt bessert. Die letzten Tage waren praktisch ohne Schreien, aber mit neuen Problemen. Ein paar Ansätze haben wir noch, die wir versuchen können. Ich hoffe aber wirklich, die werden nicht benötigt.

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  4. Ich finde es gut, dass Du mal Tacheles redest. Gerade auf Blogs, Instagram, ... wird das immer alles verherrlicht. Ich kann auch Frauen nicht verstehen, die zu 100 % in ihrer Mutterrolle aufgehen. Dafür bin ich mir selbst viel zu wichtig. Deswegen habe ich mich dann auch selbständig gemacht, als Froggi 6 Monate alt war. Allerdings hatten wir mit Froggi mehr Glück. Sie war super pflegeleicht. Allerdings stimmt bei uns der Spruch: kleine Kinder - kleine Sorgen; grosse Kinder - grosse Sorgen. Es wird immer kompizierter (je nach dem, was man auch für Ansprüche hat). Aber schreib ruhig noch mehr so Berichte!
    Liebe Grüsse, Puminchen

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    1. Ich will das gar nicht hören. ;)
      Warte bis die Zähne kommen, später kommen noch andere Probleme. Im Moment reicht es mir und ich will gar nicht daran denken, was noch alles kommt. ;)

      Teilweise habe ich wirklich ein schlechtes Gewissen, weil ich eben noch Frau bleiben will und auch an meinen Beruf denke. Mir bringt es nichts die Kleine 24 Stunden am Tag anzuschauen und dennoch kann sie doch lieb haben und für sie da sein. Muss natürlich jede für sich entscheiden, aber ich will mein eigenes Leben nicht aufgeben. Irgendwann ist sie ja auch groß und was mache ich dann?

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    2. Ja, wer weiss, was noch kommt. Das Zahnen kann auch ganz entspannt sein. Froggi hatte nur (!!!) bei den letzten Backenzähnen leichte Schmerzen. Und da war sie schon fast 2,5 Jahre alt und konnte sagen, was los ist. Ansonsten haben wir vom Zahnen nichts gemerkt.
      Ich finde auch die Vorbildfunktion für die Kinder wichtig und was man für ein Rollenbild vorlebt. Selbst ich, obwohl ich berentet bin aufgrund meiner Gesundheit, arbeite noch nebenher ein wenig und versuche Froggi auch die Wichtigkeit zu vermitteln.
      Mach dir also keinen Stress. Nur eine glückliche Mutter kann auch eine gute Mutter sein - finde ich!

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  5. Es tut mir leid, wenn ichhöre, wie sehr manches Dich doch belastet hat und noch belasten wird. Ich selbst habe zwar keine Kinder, aber als Frau kann man sich doch teils zumindest etwas vorstellen, wie das sein muss, wenn ein Kind so viele Stunden schreit oder einem vom Stillen die Brüste weh tun, die Wochenbett-Depressionen, das Erschöpftsein vom mangelnden Schlaf usw..- ich denke, das ist von Frau zu Frau anders, ich kenne auch jene, die nie irgendwelche Probleme hatten und man das Gefühl hatte, bereits die Schwangerschaft war ein Spaziergang und alles wird mit einem Klacks erledigt und dann am besten noch in den nächsten Jahren 1-2 x das Gleiche wieder ^^ ich fand das immer bewunderswert....aber dann hörte ich auch von etwas krasseren Fällen, von Schreibabies, von totaler Genervtheit usw...ich denke, was einem hilft, ist, auch immer wieder sich selbst einzuplanen, dass man selbst mit seinen Bedürfnissen auch noch da ist, auch, wenn anfangs wenig Zeit dafür ist..aber man braucht seine Kräfte und das kommt dann letztlich dem Kind auch zugute..wünsche Dir, dass die nächsten Wochen sich womöglich so manches regelt und weniger drastisch abläuft!

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    1. Vielen Dank!

      Zumindest meine Schwangerschaft verlief problemlos, außer mit viel Schlaf. Mein Körper wusste schon wieso. ;)
      Ja, leider oder für viele zum Glück, verläuft diese Phase immer sehr unterschiedlich ab. Wäre auch schlimm, wenn da alle so durch müssten. Und zum Glück, könnte es beim zweiten Kind auch ganz friedlich ablaufen...
      Das Gute ist ja, diese Anfangsphase hört irgendwann auf, zumindest hoffe ich das. Vorstellen kann man sich das nur schwer. ;)

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  6. Danke für den ehrlichen und offenen Bericht! Es scheint nicht immer leicht zu sein und ich glaube das wäre "erträglicher" wenn mehr Frauen von ihren Problemen berichten würden und nicht immer alle so tun als wäre alles super easy!

    Trotzdem freu ich mich sehr für und mit Euch das das kleine, laute ;-) Wunder nun bei Euch ist!

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    1. Ich schau mittlerweile immer von wem, was kommt und wenn z.B. ein Kommentar von einer Mutter kommt, die die Flasche gibt und mir was zum Stillen sagen will, höre ich gar nicht hin.

      Teilweise berichtet man aber auch nicht böswillig, dass es alles nicht so schlimm ist/ war. Das Gehirn ist so programmiert, dass es die normalerweise kurzen Schreiphasen wieder vergisst, damit man eben denkt alles ist wundervoll. Eigentlich ein guter Einfall von der Natur. Und auch ich muss zugeben, rückblickend auf die ersten vier Wochen kann ich sagen, man hat es überlebt. Dennoch war die Zeit nicht nur schön. ;)

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  7. Ach Maus, das hört sich ja echt nicht so wirklich einfach an. Ich hoffe deine Beschwerden gehen schnell weg und ziehen sich nicht noch Monate lang hin und ich hoffe auch, dass ihr das alles mit eurer Kleinen gut hin bekommt.

    Wir müssen uns wirklich mal wieder treffen. Aber ich bin bei der Hitze nicht gut zu Fuß, nach 5 Minuten langsamen gehen bin ich schon außer Atem und pumpe wie ein Maikäfer. Zudem ist mein Kreislauf ständig total im Keller und ich bin extrem übermüdet, da der Kleine in meinem Bauch meint ich müsste in der Nacht ja nicht schlafen, da kann er Samba tanzen oder Fußballspielen oder einfach mal minutenlang seinen kleinen Po aus dem Bauch drücken und streicheln lassen ;)

    Aber ich will mich ja gar nicht beschweren, ansonsten läuft meine Schwangerschaft ja echt supi und seid gestern bin ich unter hundert Tagen bis zum ET :D

    lg devilly

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  8. Da ich zu der Zeit, als Du den Bericht veröffentlich hast, selbst Mama wurde, habe ich ihn erst heute gelesen und würde gern etwas dazu schreiben, weil es mir seit Stunden durch den Kopf geht:
    "Schreibabys gibt es nicht. Da müssen die Eltern was falsch machen!" Hast Du sowas mal gesagt bekommen? Ausgerechnet von anderen Müttern, die Verständnis haben sollten? Ich finde es immer schwierig über Probleme zu urteilen, von denen man gar nicht betroffen ist! So ungefähr ist Deine Aussage "Bei vielen, die sagen Stillen ging bei mir nicht, die lügen. Die hatten einfach nur keine Lust und schieben einen Grund vor. [...]" Wie kommst Du denn darauf? Meinst Du nicht, dass es Mütter gibt, die gern stillen würden und nicht können?! Glaubst Du wirklich, man gibt gern seinem Kind ein Fläschchen und wird dann von stillenden Müttern angefeindet?! Oder bist Du der Meinung, man erklärt gern jedem Fremden, warum man nicht stillt (es gibt nämlich mehr Gründe, als nur "zu wenig Milch")?! Ich habe Frauen mit fünffachen Brustentzündungen getroffen, Frauen mit Kindern, deren Zungenbändchen zu kurz war, was das Stillen unmöglich machte, Frauen, die Medikamente nehmen müssen und nicht stillen durften. Für solche Frauen, die gern würden und nicht können/dürfen ist es ohnehin schon schwierig, ihr KInd nicht ernähren zu können und dann noch solche Aussagen zu lesen von Leuten, die KEINE AHNUNG haben, wie solch eine Situation ist!!! Deshalb zurück zu meiner anfänglichen These: "Schreibabys gibt es nicht. Da machen die Eltern was falsch!" Mein Kind ist zwar ab und zu meckrig, schreit aber nie länger als ein paar Minuten. Dennoch würde ich mich nie erdreisten, Mütter, die sagen, ein Schreibaby zu haben, zu belehren oder gar zu behaupten, dass diese lügen. Gerade Mütter sollten doch einander verstehen - die Realität ist leider ganz anders :( Ich hoffe Du überdenkst Deine Aussagen noch einmal...

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    1. Das tut mir leid, dann hast du mich falsch verstanden und ich bleibe auch bei meiner Aussage. Ich kenne einige Mütter, wo es wirklich nicht geklappt hat und diese meine ich nicht. Z.B. durfte meine Cousine auf Grund einer Krankheit nicht stillen. Selbst meine Mutter konnte nicht stillen, weil sie durch die Geburt einen Infekt hatte und dann Antibotika nehmen musste und dann kam keine Milch mehr. "Solche" Frauen meinte und meine ich nicht. Und glaube mir, ich weiß, wie es sich anfühlt, dass Gefühl zu haben man könne sein Kind nicht ernähren. Ich dachte auch schon bei mir, es würde nicht klappen und war kurz davor aufzugeben (Die erste Zeit musste ich auch die Flasche geben). Aber ich hatte Glück. Und es tut mir auch wahnsinnig leid für die Frauen, die stillen wollen und nicht können, besonders wenn man betrachtet, dass es Frauen gibt die können und nicht wollen. Mir ging es um die Frauen, die es erst gar nicht wollen und es dann auf ihr Kind schieben. Das hat mich gerade in der Situation, wo es selber Probleme gab wahnsinnig gemacht. Da kamen aussagen, wie er wollte nicht trinken. Aber ein paar Sätze später rutschte ihr raus, ich wollte es nicht durchstehen und finde es so einfacher. Oder eine andere meinte, auch ihre Kleine wollte die Brust nicht und dann hat sie es nicht weiter versucht. Diese Person habe ich dann mehrmals mit Zigarette gesehen, wobei sie immer behauptet hat für ihr Kind hat sie es aufgegeben. Nun gut, zumindest stillt sie dann nicht. Aber diesen Leuten glaube ich eben nicht, dass sie nicht stillen konnten. Ich finde, wenn man nicht stillen will, ist das auch ein gutes Recht als Mutter, aber man sollte dazu stehen.
      Jetzt nach ein paar Monaten kann ich insgesamt noch sagen, dass sie andere Mütter insgesamt viel zu sehr eine Meinung und besonders ein Urteil über andere erlauben. Ich finde man sollte vielmehr zusammenhalten (weißt du wie oft ich mich über jede Kleinigkeit rechtfertigen "musste", besonders beim Thema stillen und ich mich jedesmal gefragt habe, wieso eigentlich). Jede macht es anderes und in meinen Augen ist es wichtig, dass man für sich selbst zusammen mit dem Kind einen Weg findet und dabei gibt es viele verschiedene richtige. Man sollte dann aber auch dazu stehen.
      Und zu deiner These: Auch das konnte ich mir oft anhören, es gebe so was wie Koliken nicht. Ich denke mir das nur aus. Die ersten Monate habe ich sehr viel mit Selbstzweifeln verbracht und konnte vieles nicht genießen. Was ich sagen will, ich will niemanden angreifen, jede soll es so machen, wie sie es will, solange das Kind nicht gefährdet wird. Es gibt trauriger weise Mütter, die können nicht stillen, es gibt welche die wollen es einfach nicht und stehen nicht dazu (und das finde ich immer noch nicht gut), andere stehen dazu, wieder andere haben wochenlang Probleme mit dem Stillen bis es klappt und bei anderen läuft alles von ganz allein.

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  9. Finde ich ganz toll von Dir, dass Du so schnell Stellung genommen hast und Deine Ansicht begründest. UND: Ja, ich verstehe Dich nun besser! Ich hoffe allerdings auch, dass Du verstehst, dass ich hier mal eine Lanze für die Mamas brechen musste, die eben nicht stillen - egal aus welchen Gründen. Bevor ich meinen Kleinen bekam, hätte ich nicht geglaubt, wie viele Menschen (z.T. Fremde auf der Straße!) einem Ratschläge geben, die man gar nicht braucht oder einem Frechheiten an den Kopf werfen, die wirklich schockieren! Vielleicht geht es jeder Mama so... Aber ich habe nach der Geburt so an Selbstzweifeln gelitten und war so unglücklich über mein "versagen". Von Anderen dann noch offen angefeindet zu werden oder mich rechtfertigen zu müssen, warum ich denn nicht "das Beste für mein Kind will" hat mich da noch zusätzlich fertig gemacht. Deshalb reagiere ich heute wohl auch recht empfindlich und meine, alles und jeden verteidigen zu müssen, wenn es um das Thema geht.

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